20. Februar 2026
von Anette Schulte
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Stellungnahme der Parents for Future Bielefeld zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz

Bereits am 26.02.2026 soll im Bundestag über den Gesetzentwurf zum „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ abgestimmt werden.
Viele der im Gesetzentwurf aufgeführten Beschleunigungsmaßnahmen greifen dezidiert und gravierend den Natur- und Umweltschutz an. Angesichts des schlechten Zustands der Natur und der Vielzahl unbewältigter ökologischer Probleme sehen wir es als unverantwortlich an, das vorgelegte Infrastruktur-Zukunftsgesetz mitzutragen.

Wir haben daher mit einem Schreiben an die Mitglieder des Bundestages der Region OWL appelliert, den Gesetzentwurf abzulehnen. Weiterhin haben wir unser Positionspapier an die Ministerien für Verkehr und für Umwelt geschickt.

Stellungnahme der Parents for Future Bielefeld zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz:

In den kommenden Tagen beginnt das parlamentarische Verfahren zum Entwurf des „Infrastruktur-Zukunftsgesetzes“. Die Koalition strebt damit eine Beschleunigung von Aus- und Neubauvorhaben an. Dabei setzt sie auf Änderungen mit weitreichenden negativen Folgen:

Viele der im Gesetzesentwurf aufgeführten Beschleunigungsmaßnahmen greifen dezidiert und gravierend den Natur- und Umweltschutz an. Angesichts des schlechten Zustands der Natur und der Vielzahl unbewältigter ökologischer Probleme sehen wir es als unverantwortlich an, das vorgelegte Infrastruktur-Zukunftsgesetz mitzutragen.

Daher positionieren wir uns mit dieser Stellungnahme gegen den Gesetzesentwurf  sondern appellieren daran, am Prinzip des integrativen Umweltschutzes festzuhalten und dafür Sorge zu tragen, dass Umweltaspekte bei Infrastrukturmaßnahmen auch künftig mit angemessenem Gewicht berücksichtigt werden.

Mit den folgenden Punkten möchten wir unsere Forderung stützen:

  1. Status „überragendes öffentliches Interesse und öffentliche Sicherheit“

Mit Anerkennung dieses Status bei Infrastrukturprojekten werden gemäß Gesetzentwurf Umweltschutzbelange normativ geschwächt, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz erhalten automatisch ein stark nachrangiges Gewicht. Die Pauschalität dieses Status erschreckt, denn er soll auch Projekten zugeordnet werden, die den Nachhaltigkeitszielen absolut entgegenstehen. Dieser Status sollte ausschließlich nachweislich nachhaltigen Projekten vorbehalten sein!

  1. Plan zur „Neujustierung der Eingriffsregelung“

Vorgesehen ist eine Gleichsetzung von Realkompensation und Ersatzgeldkompensation. Bislang gilt das bewährte Verfahren, dass der Verursacher unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu kompensieren hat – möglichst vor Ort. Nur in begründeten Ausnahmen ist ein Ersatzgeld zulässig. Künftig sollen sich Verursacher „freikaufen“ können. Damit ist eine Verschlechterung des Zustands von Natur und Landschaft vorprogrammiert, denn ein echter Ausgleich findet nicht statt. Das ist angesichts der knappen Schutzgüter nicht zu vertreten!

  1. Vorhaben der „Novelle des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes“

Durch gleich mehrere Maßnahmen ist vorgesehen, die Verbandsklage derart zu erschweren, dass dieses Instrument kaum mehr anwendbar sein wird. Dabei haben Umweltverbände bei Anwendung lediglich das Ziel, gegen die Nichteinhaltung von Umweltrecht anzugehen und dienen somit dem demokratischen Rechtsstaat. Die Einhaltung rechtlicher Vorgaben muss im hohen Interesse aller sein – erst recht, wenn es um unsere Lebensgrundlagen geht. Obendrein bleibt festzuhalten, dass es überhaupt nur sehr wenige Verbandsklagen gab (vgl. Institut für Umweltfragen), so dass das immer wieder vorgebrachte Argument, sie seien ein Hemmnis für Infrastrukturplanungen, sachlich nicht stimmt.

Abschließend sei hier angemerkt, dass die geplanten Änderungen zur Verbandsklage aller Voraussicht nach gegen die Aarhus-Konvention verstoßen werden. Mit der Konvention werden die Rechte auf Beteiligung und Klagemöglichkeit zum Schutz der Umwelt auch für nachfolgende Generationen im Völkerrecht verankert; NGOs treten in Entscheidungs- und Gerichtsverfahren stellvertretend für die Umwelt und Natur auf.

Die Bundesregierung verkennt, dass sie sich neben der Sicherung von Wohlstand, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Sicherheit auch zur Nachhaltigkeitstransformation und zu einem hohen Umwelt- sowie Klimaschutzniveau verpflichten muss. Die im Dezember 2025 beschlossene „Föderale Modernisierungsagenda“ greift diesen Sachverhalt nicht auf – die Orientierung ausschließlich auf Wirtschaft und Wachstum zeigt eine verantwortungslose Kurzsichtigkeit.

Es bleibt festhalten, dass Verfahrensbeschleunigungen für sinnvolle, nachweislich nachhaltige Infrastrukturvorhaben unbenommen sinnvoll sind. Dies darf jedoch nicht zu Lasten von Umwelt- und Naturschutz passieren, denn so betreiben wir Raubbau an den ohnehin stark gestressten Ressourcen Wasser, Boden, Luft, Biodiversität, Klimaresilienz. Um nachhaltige Infrastrukturplanungen schneller voranzutreiben, liegen andere Instrumente auf dem Tisch: Entschlacken von zum Teil jahrzehntealten Regelwerken, Verschlanken der Fördermodalitäten und Fördertöpfen, Digitalisierung, Schnellgenehmigung bei Eins-zu-Eins-Ersatz, etc. Hier fehlt die zielgerichtete Steuerung, um die Potenziale auszuschöpfen.

Wir unterstützen ausdrücklich den Politikimpuls „Infrastrukturausbau nicht auf Kosten von Natur und Umwelt beschleunigen“ des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU, Februar 2026)!

 

16. Januar 2026
von Anette Schulte
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Mehrere Gruppen aus dem Klimabündnis machen Vorschläge zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

Über eine Pressemeldung vom 8.12.25 wurden zivilgesellschaftliche Verbände eingeladen, Vorschläge zur Ausgestaltung des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung einzubringen.

Daraufhin haben zehn Organisationen aus dem Klimabündnis gemeinsame Vorschläge zu den Bereichen Verkehr/Mobilität und Gebäude/Wohnen erarbeitet und eingereicht, da der Nachholbedarf zum Erreichen der Klimaziele in diesen Bereichen besonders massiv ist.

Im folgenden der Wortlaut des eingereichten Dokumentes der Gruppen:

Parents For Future Bielefeld, Students For Future Bielefeld, Extinction Rebellion Bielefeld,Mut zur Verkehrswende, Bielefeld pro Nahverkehr, Teachers For Future Bielefeld, Fridays For Future Bielefeld, Greenpeace OG Bielefeld, Kidical Mass Bielefeld, Health For Future Bielefeld

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24. November 2025
von Anette Schulte
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Offener Brief an die Mitglieder des Rates der Stadt Bielefeld

Offener Brief zum Download

November 2025

Sehr geehrte Ratsmitglieder,

wir beglückwünschen Sie zur Wahl in den Rat der Stadt Bielefeld und danken Ihnen für Ihr Engagement. Wir wünschen Ihnen Mut und Kraft, gute und verantwortungsvolle Entscheidungen für unsere Stadt zu treffen.

Wir als klimapolitische Organisationen wenden uns heute an Sie, da es uns ein Herzensanliegen ist, dass Klimaschutz in den laufenden Koalitionsverhandlungen ein zentrales Element ist. Der kurz vor der 30. Weltklimakonferenz in Brasilien veröffentlichte UN-Bericht prognostiziert eine Erderwärmung um 2,8 Grad. Da sich Europa stärker aufheizt als der Weltdurchschnitt, bedeutet diese Prognose eine extreme Gefahr für die Menschen in Deutschland, in Europa und damit auch für die Menschen in Bielefeld.

Es ist ökonomisch sinnvoll, in Klimaschutz zu investieren, da dies kostenintensive Katastrophen­bekämpfung bei Hochwasser, Bränden, Wasserknappheit, Dürren und Nahrungsmittelknappheit sowie langanhaltenden Hitzeperioden vermeidet. Wir fordern Sie daher auf, in den laufenden Verhandlungen Nachhaltigkeit und Klimaschutzmaßnahmen eine zentrale Bedeutung zuzuwei­sen und die Nachhaltigkeitsstrategien und -ziele der Stadt Bielefeld umzusetzen.

Aus unserer Sicht sind folgende lokale Themenbereiche besonders wichtig:

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9. November 2025
von Anette Schulte
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Laternendemo zum Klimastreik

Damit den Politikern auf der COP Klimakonferenz auch endlich mal ein Licht aufgeht, veranstaltet FFF wir eine Laternendemo zum Globalen Klimastreik am 14.11.2025 um 17:00 Uhr. Treffpunkt Rathaus.

Vorab werden am 11.11.  um 18 Uhr in der Uni (Raum X-E0-222) Laternen gebastelt.

22. Oktober 2025
von Anette Schulte
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Demoaufruf – Wir sind das Stadtbild – Bündnis gegen Rechts

Freitag, 24.10.2025 | 10:00 Uhr | Bahhofsvorplatz

Das Bielefelder Bündnis gegen Rechts ruft kurzfristig zu einer Demo unter dem Motto: „Wir sind das #Stadtbild!“ am kommenden Freitag, 24.10.2025 um 17.00 Uhr am  Bahnhofsvorplatz auf.
Nachdem Merz seine Äußerung: „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“ noch einmal bekräftigt hat wissen wir, dass die Aussagen keine Ausrutscher waren, sondern seine Meinung wiedergeben.
Eine Meinung, die menschenfeindlich und offen diskriminierend ist und die wir nicht akzeptieren wollen und werden!
Wir wünschen uns eine bunte, laute und kreative Demo. Bringt also gerne Transparente, Schilder, Trillerpfeifen  oder Trommeln mit!
Parents for Future Bielefeld unterstützt den Aufruf vom Bündnis gegen Rechts.

26. August 2025
von Anette Schulte
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Veranstaltung abgesagt! Mehr Platz zum Leben – Emil-Groß-Platz autofrei

„Mehr Platz zum Leben – die Straße gehört allen! Emil-Groß-Platz autofrei!“

Unter diesem Motto wollten die Parents for Future Bielefeld am 6. September ab 20:00 Uhr zu einer Veranstaltung mit Infos, Musik und Kultur auf den für Autos  gesperrten Emil-Groß-Platz einladen. Für die Musik sollte DJ Marcelo sorgen für das Essen und Trinken die benachbarte Gastronomie.

Leider müssen wir diese Veranstaltung nun kurzfristig absagen!

Nachdem die Genehmigung bereits nach unseren Vorstellungen erteilt war, wurde die diese nun noch einmal erheblich verändert.
Auf dem Emil-Groß-Platz würden während der Veranstaltung weiterhin Autos fahren (wenn auch eingeschränkt), lediglich ein Teil der Mercatorstraße wäre komplett gesperrt. Zudem müssten wir die Sperrungen selber sichern, mit jeweils 3 Ordner*innen pro Barke. Außerdem wurde die Genehmigung nur noch bis 22:00 Uhr erteilt.
Unser Konzept, zu zeigen, wie positiv sich ein autofreier Emil-Groß-Platz auf das Lebensgefühl der Menschen auswirkt, können wir damit nicht umsetzen. Nicht zuletzt haben wir Sicherheitsbedenken, da die Poser, die in diesem Bereich unterwegs sind, vermutlich aggressiv auf die von uns bewachten Sperrungen reagieren würden.

Die Aktion war Teil des Aktionsmarathons „keine Kommunalwahl ohne Klima“.
Am 14.09. wählen gehen! Für das Klima und gegen Rechts!

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26. August 2025
von Anette Schulte
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Parents for Future schließen sich dem Positionspapier von Mut zur Verkehrswende zur Kommunalwahl an

Das Bündnis Mut zur Verkehrswende hat ein Positionspapier zur Kommunalwahl veröffentlicht, welches von zahlreichen Initiativen unterstützt wird. Auch Parents for Future Bielefeld schließt sich den Positionen an.

Das Positionspapier im Wortlaut:

Das Klima und die Lebensqualität in Bielefeld brauchen eine mutige Verkehrswende

Deutschland kommt mit dem Klimaschutz gut voran. Leider bisher nicht im Verkehrssektor.
Aber gerade hier brauchen wir mutige Schritte, um zum Klimaschutz und zu einer besseren Lebensqualität in unserer Stadt beizutragen. Wir müssen mehr Wege vom Auto auf umwelt- und klimafreundliche Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Fahrrad, Zufußgehen; zusammenfassend: Umweltverbund) verlagern. Dazu brauchen wir eine konsequente Förderung des Umweltverbunds und einen Abbau von Anreizen zur Autonutzung. Das kann nur mit einem breiten Konsens für das grundlegende Ziel gelingen. Auf dem Weg zu diesem Ziel brauchen wir einen lebendigen Wettbewerb der Ideen und Konzepte. Der Weg wird nicht konfliktfrei sein. Wir brauchen aber die Bereitschaft zur Verständigung und zu einer sachlichen, fairen und respektvollen Diskussion. Das Allgemeinwohl muss im Vordergrund stehen.

Wir halten folgende Punkte für besonders wichtig:
1. Förderung der aktiven Mobilität durch Radfahren und Zufußgehen:
Radfahren und Zufußgehen erzeugen kein CO2, keine Schadstoffe, keinen Lärm, verbrauchen wenig Fläche und Ressourcen, zudem fördern sie die Gesundheit. In der gesamten Stadt- und Verkehrsplanung müssen diese beiden Mobilitätsformen viel stärker unterstützt werden. Jeder Radfahrende bedeutet meist ein Kfz weniger auf der Straße, entlastet so die Straßen für die wirklich wichtigen Wirtschaftsverkehre.

2. Ausbau des ÖPNV mit einer erweiterten Stadtbahn als Rückgrat:
Insbesondere für längere Wege ist ein gut ausgebauter ÖPNV ein entscheidender Baustein für eine klima- und stadtverträgliche Mobilität. Bielefeld hat mit der Eröffnung der Stadtbahn im Jahre 1991 die Weichen richtig gestellt. Nach vielen Jahren der Stagnation muss aber jetzt das Stadtbahnnetz deutlich erweitert werden. Das derzeitige Netz mit einer Länge von ca. 36 km muss zielstrebig auf mindestens 60 km ausgebaut werden. Notwendig sind klare Prioritäten für die Ausbauprojekte entsprechend ihrer Wirtschaftlichkeit. Wir brauchen eine entsprechende Zielplanung, und wir brauchen eine deutliche Beschleunigung bei der Planung der einzelnen Ausbaumaßnahmen. Für das ÖPNV-Angebot fordern wir eine hohe Systemqualität mit einer guten Flächenerschließung und guten Angeboten in den Abendstunden und am Wochenende. In den
Außenbereichen muss das klassische Busangebot durch Rufbusse und gute
Sharingangebote (Carsharing, Leihräder) ergänzt werden. Neue technische Möglichkeiten wie z.B. autonome Rufbusse auf festgelegten Routen sollten erprobt werden. Weiterlesen →

4. Mai 2025
von Anette Schulte
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1.Mai 2025 Fest der Solidarität des DGB Bielefeld im Ravensberger Park

Ein gerechtes, solidarisches und ökologisches Steuersystem zur Finanzierung der Klimakrise und ihrer Folgen

Das war in diesem Jahr unser Thema auf der 1. Mai-Feier des DGB.

Als Teil des Klimabündnisses haben die Parents for Future Bielefeld zusammen mit Greenpeace, XR, BUND, FFF, Mut zur Verkehrswende und Verkehrswende OWL zu einem bunten und kreativen Stand eingeladen, der zum Mitmachen und Informieren animiert hat.

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3. Mai 2025
von Anette Schulte
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Kidical Mass – 10.Mai 2025 – 15:00 Rathaus

Gemeinsam für eine Verkehrswende – ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Zum ersten Mal gibt es auch eine (zu) Fußdemo bei der Kidical Mass. Alle treffen sich am Rathaus. Auch unterwegs treffen wir uns einmal kurz und zum Schluss gibt es einen gemütlichen Ausklang im Ravensberger Park.

Wir freuen uns, wenn viele von euch dabei sind!

14. Februar 2025
von Anette Schulte
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Forderungen für eine mutige Verkehrswende

Pressemeldung vom Aktionsbündnis „Mut zur Verkehrswende“

Bundestagswahl am 23. Februar
Forderungen für eine mutige Verkehrswende

Deutschland hat dem Pariser Klimaabkommen zugestimmt. Damit soll der globale Temperatur-anstieg auf 1,5 °C begrenzt werden. Das sehen wir als eine außerordentliche Herausforderung für die nächsten beiden Jahrzehnte an, insbesondere weil die CO2-Emissionen im Verkehrsbe-reich seit 1990 nur geringfügig, nämlich um 11 %, zurückgegangen sind. Ein entscheidender Baustein für die Erreichung der Ziele ist eine mutige Verkehrswende, die die klimafreundlichen Verkehrsmittel konsequent fördert und den Autoverkehr auf ein verträgliches Maß begrenzt. Mit einer mutigen Verkehrswende gewinnen wir zugleich Lebens- und Aufenthaltsqualität in unse-ren Städten zurück. Für eine mutige Verkehrswende fordern wir:

1. Dauerhafter Erhalt des attraktiven Deutschlandtickets, inklusive einer Sozialvariante, die zu einem Preis von 29 € angeboten werden sollte.

2. Geschwindigkeitsbegrenzungen auf allen Straßen: 130 km/h auf Autobahnen, 80 km/h au-ßerhalb geschlossener Ortschaften, 30 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften

3. Abschaffung des Dienstwagenprivilegs für Verbrennermotoren: Die eingesparten Finanzmit-tel sollen vorzugsweise für die Förderung der E-Mobilität eingesetzt werden.

4. Stärkung des Schienenverkehrs: Die Mittel für die Instandsetzung der Infrastruktur, für die Wiederherstellung von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit und für einen mittelfristig umsetzba-ren Ausbau beim Fern- und Regionalverkehr müssen massiv erhöht werden. Die Angebote im Regionalverkehr für die sehr große Zahl von Pendler*innen müssen deutlich verbessert werden.

5. Vorrang der Instandhaltung vor Neubau bei den Fernstraßen: Alle Projekte zum Neu- und Ausbau von Fernstraßen gehören auf den Prüfstand. Die verfügbaren Finanzmittel müssen in den nächsten 20 Jahren auf die Sanierung der Fernstraßen einschließlich der Brücken konzentriert werden.

6. Reform des Straßenverkehrsrechts: Wir brauchen einen klaren Vorrang von Sicher-heit/Lärmschutz/Lebensqualität vor dem Ziel eines jederzeit flüssigen Autoverkehrs (= „Leichtigkeit“ des Autoverkehrs) und erweiterte Handlungsspielräume für die Kommunen.

7. Reform der ÖPNV-Finanzierung: Die Städte und Kreise müssen in die Lage versetzt wer-den, in den nächsten 10 Jahren die Fahrgastzahlen zu verdoppeln.

8. Verstärkte Förderung des Zu-Fuß-Gehens und Radfahrens: Attraktive Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr tragen wesentlich zur Gesundheitsförderung bei und können unsere Städte deutlich vom Autoverkehr entlasten. Der Bund muss dafür die Rahmenbedingungen und die Fördermöglichkeiten verbessern und die Planungsverfahren vereinfachen.

Die Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl betrifft viele Politikfelder. Wir halten den Klimaschutz und damit die Verkehrswende für sehr wichtig. Sie sind wesentliche Faktoren für die Sicherung unserer zukünftigen Lebensgrundlagen.
Wir bitten alle Wahlberechtigten, bei Ihrer Wahlentscheidung die oben genannten 8 Forderungen zu berücksichtigen. Fragen Sie Ihre Wahlkreiskandidat*innen nach ihrer Position zu den Forderungen und lesen Sie in den Wahlprogrammen nach, welche Ziele die Parteien beim Klimaschutz und der Verkehrswende verfolgen.

Verantwortlich: Godehard Franzen, Dieter Frohloff, Martin Kaufmann, Thomas Keitel, Rolf Potschies, Roland Tillmann