11. April 2022
von Anette Schulte
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Das neue klimafreundliche Kochbuch von Parents for Future

„Schlemmen for Future“ ist das aufwändig illustrierte Kochbuch von Parents for Future. Es vereint das Beste aus zwei Welten: Aufklärung, wie klimafreundliche Ernährung gelingen kann und jede Menge Rezepte, diese lecker umzusetzen.
Ob Plastikverpackungen, Transportwege, Verarbeitung, biologischer Anbau oder effiziente Lebensmittel: Kaum jemand weiß, wie relevant diese Faktoren bei der Ernährung sind. Hierzu erläutert der renommierte Wissenschaftler Dr. Kurt Schmidinger die wichtigen Zusammenhänge zwischen unserer Ernährung und dem Weltklima im ersten Teil des Buches.

Der zweite Teil und das Herzstück des Buches sind über 60 Rezepte von mehr als 20 Köchinnen und Köchen. Der besondere Clou der Rezepte liegt nicht nur darin, dass sie gut für das Klima sind, sondern auch in ihrer Vielfalt: Fernsehköchin Stina Spiegelberg und Bestsellerautoren wie Niko Rittenau und Sebastian Copien, sowie zahlreiche bekannte FoodbloggerInnen und GastronomInnen beweisen, wie bunt und lecker klimafreundliche Küche sein kann. Konkrete Tipps zur Verbesserung der Klimabilanz der eigenen Küche runden das Buch ab.
Leckere klimafreundliche Küche – für jeden Tag.

Das Kochbuch wurde mit Ausnahme der Verlagsarbeiten in ehrenamtlicher Arbeit verfasst und gestaltet. Sämtliche Honorare fließen vollständig in Klimaschutzprojekte.

Das ideale Geschenk! Für Dich und alle, die Du gern hast!

„Schlemmen for Future“ – Leseprobe

26. März 2022
von Anette Schulte
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Neubau der Herforder Straße stoppen! – P4F unterstützt die Unterschriftenaktion des BUND

Jetzt gegen den Neubau der Herforder Strasse unterschreiben!

Unterschriftenlisten gegen den Neubau der Herforder Straße bitte  hier herunterladen, im Bekanntenkreis Unterschriften sammeln und Listen senden an BUND Kreisgruppe Bielefeld, August-Bebel-Str. 16-18, 3360

Worum geht es beim Neubau der Herforder Straße?

  • Geplant ist ein vierspuriger, autobahnähnlicher Neubau der Herforder Straße (B61) zwischen Rabenhof und Grafenheider Straße neben der bestehenden Trasse Die Neue Trasse hat eine Breite von 27 m.
  • Zur Erschließung müssen neue Anliegerstraßen gebaut werden.
  • Massiver Eingriff in die schutzwürdige, als Naturschutzgebiet vorgesehene Johannisbachaue.
  • Für den Neubau liegt keine Klimaverträglichkeitsprüfung vor.
  • In Zusammenhang mit dem Neubau der Herforder Straße steht der Bau der L712n, eine Verbindung zwischen der Ostwestfalenstraße und der Herforder Straße.
  • 44 Initiativen fordern den Verzicht des Straßenneubaus Herforder Straße und L712n in einem offenen Brief:
    BUND, NABU, FFF, P4F, XR, Mut zur Verkehrswende, ADFC, VCD, Verdi, VdK u.v.a.

Argumente gegen den Neubau der Herforder Straße

 Die Planung steht im Widerspruch

  • zur 2019 im Rat der Stadt Bielefeld beschlossenen Mobilitäts­wende. Vorliegende Verkehrsgutachten zeigen: dieser Straßenneubau
    führt zu deutlichen Verkehrszuwächsen.
  • zum Ausbau des Radwegenetzes, insb. dem vorgesehenen Radschnellweg zwischen Bielefeld und Herford.
  • zur Finanzierung der Verkehrswende. Aktuell geplante Baukosten für den städtischen Abschnitt: 15,3 Mio
  • zum Anliegen der Koalition, den Flächenverbrauch besonders im Verkehrsbereich einzudämmen.
  • zum 2019 beschlossenen Klimanotstand.
  •  zum 2021 gefassten Ratsbeschluss: Klimaneutralität bis 2035
  • zum Artenschutz durch massiven Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet Johannisbachtal (u.a. Nahrungshabitate und Brutbereiche
    des Weißstorches).

Was fordern wir?

    • Ein sofortiges Moratorium für den Neubau der Herforder Straße sowie für den Bau der L712n.
    • Änderung des Regionalplans: Ausweisung des Johannisbachtals als „Bereich zum Schutz der Natur“.
    • Kündigung des Vertrages der Stadt Bielefeld mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW zum Neubau der Herforder Straße. Auch der Vertrag
      betreffend des Baus der L712n muss gekündigt werden.
    • Noch ausstehende Grundstücksverkäufe der Stadt Bielefeld an den Landesbetrieb Straßen.NRW in Zusammenhang der L712n zu unterlassen.

Was kannst Du tun?

    •  Unterschreibe gegen den Neubau der Herforder Straße und hilf mit beim Unterschriften-Sammeln in Deinem Umfeld. Unterschriftenlisten kannst Du hier herunterladen. Bitte gib die ausgefüllten Listen zurück an BUND Kreisgruppe Bielefeld, August-Bebel-Str. 16-18, 33602 Bielefeld.
    • Wende Dich an den Rat der Stadt Bielefeld und an den Bürge­rausschuss. Schreibe Anträge und Stellungnahmen.
      Misch Dich ein! Infos hierzu findest Du unter:
      https://bielefeld.bund.net/service/meldungen/detail/news/mit-buergereingaben-auf-planungen-einwirken/
    •  Beteilige Dich an Protesten und Infoveranstaltungen zum Thema Herforder Straße. Am 24.04.2022 findet beispielsweise eine
      Ortsbegehung der Trasse, organisiert vom BUND Bielefeld, statt.

Zur Ansicht und zum Download der Pläne als PDF bitte auf die Grafik klicken:

    

Quelle der Pläne:
Vorlagen aus Sitzungsdienst der Stadt Bielefeld. https://anwendung.bielefeld.de

25. März 2022
von Anette Schulte
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Putin-Boykott zum Selbermachen

(zum Download Karten anklicken)

Unter dem Motto „Putin-Boykott zum Selbermachen“ erstellten Parents for Future Bielefeld  Postkarten mit Energieeinspartipps für den Alltag. Die Karten wurden beim Klimastreik am 25.03.2022 in Bielefeld verteilt. Sie kamen sehr gut bei den Streikenden an!

Am 10.März veröffentlichten Parents for Future Bielefeld zudem folgende Pressemitteilung zum sThema:

„Die Nachrichten, die uns aus der Ukraine erreichen, erschüttern uns zutiefst. Auch der neue Bericht des Weltklimarates lässt die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder schwinden. Der UN-Generalsekretär António Guterres drückt es so aus „Delay means Death“ – Verzögerung bedeutet Tod. Deshalb wollen wir nicht länger zögern!“ so Anette Schulte von den Parents for Future Bielefeld.

Die Bielefelder Parents for Future Gruppe ermuntert dazu, selber durch persönliche Energiesparmaßnahmen dazu beizutragen, Putin den Geldhahn zuzudrehen.

So könne im Verkehrssektor der Verbrauch fossiler Energien vor allem dadurch vermindert werden, das  Auto häufiger stehen zu lassen. Auch helfe es erheblich, die Geschwindigkeit zu verringern. Ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen könne laut Deutscher Umwelthilfe bis zu 8 Mio t CO2 pro Jahr einsparen. Eine weitere Einsparmöglichkeit sei der Verzicht auf Kurzstreckenflüge.

Auch beim Thema Wohnen lasse sich mit folgenden einfachen Mitteln einiges an CO2 einsparen:

  • Senkung der Raumtemperatur um 1°C
  • Räume, die nicht benutzt werden müssen, nur wenig heizen
  • Umstellung auf kurzes Stoßlüften
  • Entlüftung von Heizkörpern
  • Abdichten von Fenstern
  • Einbau eines Sparduschkopfes
  • Seltener und kürzer duschen

Wer die Möglichkeit habe, könne durch den Einbau einer Erdwärmepumpe oder durch Maßnahmen zur Gebäudedämmung sehr viel erreichen.

„Die meisten der von uns vorgeschlagenen Maßnahmen sind sehr einfach umzusetzen. Aber auch in der Energiepolitik brauchen wir eine Zeitenwende weg von fossilen Energieträgern, die Putin´s blutigen Krieg finanzieren und die Klimakrise weiter befeuern“ erläutert Stephanie Knust von den Bielefelder Parents for Future.

Die Gruppe fordert deshalb umgehend einen massiven Ausbau von erneuerbaren Energieträgern, ein Tempolimit auf Autobahnen, eine Höherbesteuerung von verbrauchsintensiven Fahrzeugen, den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie umfassende Förderungen für Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudesektor.

19. März 2022
von Anette Schulte
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Globaler Klimastreik am 25.03.2022

Am Freitag, dem 25.03. ist globaler Klimastreik.
Weltweit gehen Menschen auf die Straße, um für eine lebenswerte Zukunft einzustehen.

Auch hier in Bielefeld organisieren die Fridays for Future eine Demo. Treffen ist um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof.

Der Krieg in der Ukraine überschattet alle anderen Krisen und Probleme. Auch die Klimakrise gerät dabei in den Hintergrund. Dabei hängt das eine auch mit dem anderen zusammen: Unser ungebremster Bedarf an fossilen Energien führt nicht nur in die ökologische Katastrophe, sondern sie finanziert auch Putin´s Krieg. Wenn wir also dafür einstehen, den Bedarf an fossilen Energieträgern erheblich zu senken, zeigen wir uns gleichzeitig solidarisch mit den Menschen in der Ukraine.

Am 28. Februar wurde der neuste Bericht des Weltklimarates (IPCC) veröffentlicht. Dieser Bericht zeigt, dass wir es nur dann schaffen können, die 1,5°C-Marke zu erreichen, wenn die Welt ihre Emissionen bis 2030 um 45 Prozent senkt und bis 2050 auf Null reduziert.
Davon sind wir leider weit entfernt. Im laufenden Jahrzehnt werden nach derzeitigen Berechnungen die weltweiten Emissionen um 14% steigen.

Das zeigt, dass wir nicht länger zögern dürfen. „Delay means Death“, bringt es UN-Generalsekretär António Guterres auf den Punkt. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass es zu keiner weiteren Verzögerung kommt! Wir unterstützen die jungen Menschen in ihrem Anliegen und rufen Jung und Alt dazu auf, am Klimastreik in Bielefeld teilzunehmen.

22. Januar 2022
von Anette Schulte
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Neubau Herforder Straße und L712n – Offener Brief, neues Bündnis und Aktionen

Planungen zum Weiterbau der L712n sowie des Neubaus der Herforder Straße
In Bielefeld und Umgebung geben mehrere Straßenbauprojekte Grund zur Sorge.
Mit der L712n soll noch in diesem Jahr mit dem Bau der Verbindung der Ostwestfalenstraße mit der Herforder Straße gestartet werden. Die Planungen für dieses Projekt sind in den 70er Jahren erfolgt. Angesichts des in Bielefeld beschlossenen Klimanotstandes gehört dieses Projekt nach unserer Ansicht dringend auf den Prüfstand.

In Folge dieser Maßnahme ist auch ein vierspuriger, autobahnähnlicher Ausbau der Herforder Straße geplant. Dies würde einen massiven Eingriff in intakte Natur bedeuten, besonders in die schützenswerte Johannisbachaue.

Nähere Informationen zu den geplanten Projekten, in dessen Zusammenhang auch der Neubau der B61n (Ortsumgehung Ummeln) gehört, können bei der BUND-Kreisgruppe Bielefeld nachgelesen werden.

Offener Brief an den Oberbürgermeister sowie den Stadtrat

Auf Anregung des Aktionsbündnisses „Mut zur Verkehrswende“ ist die Kritik an diesen Projekten in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister sowie die Ratsmitglieder zusammengefasst worden, den 42 Organisationen und Initiativen aus Bielefeld und Umgebung gezeichnet haben. Zu den Unterzeichnenden gehören auch die Parents for Future Bielefeld.

Aktion von Extinction Rebellion vor Straßen.NRW
In diesem Zusammenhang hat sich das Bündnis „Verkehrswende OWL“ gegründet, dem P4F Bielefeld ebenfalls angehört. Von Mitgliedern des Bündnisses sind in den nächsten Wochen und Monaten viele Aktionen geplant, die sich mit den Straßenbauprojekten befassen.Die erste Aktion, initiiert von Extinction Rebellion Bielefeld, fand am Freitag dem 21.01.22 ab 12:00 Uhr vor Straßen.NRW, Stapenhorststraße 119 statt.

Gut 60 Menschen aus dem Bündnis „Verkehrswende OWL“, darunter auch einige Parents aus Bielefeld, haben sich vor der Regionalniederlassung von Straßen.NRW eingefunden, um gegen den Bau von neuen Fernstraßen, sowie gegen den Neubau der Herforder Straße zu protestieren. Bei dem sogenannten „Swarming“ wurde immer wieder für 3 Minuten die Stapenhorststraße gesperrt und mit Plakaten, Transparenten und Flyern auf die Missstände hingewiesen.

Weitere Infos zu der Aktion gibt es hier:
https://extinctionrebellion.de/veranstaltungen/bielefeld/L712N-STOPPEN/6990/

20. Januar 2022
von Anette Schulte
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Lützerath lebt!

  

Vor Lützerath und Keyenberg verläuft die 1,5 Grad-Grenze. Wenn der Kohlekonzern RWE im Brankohletagebau Garzweiler seine Pläne umsetzt, werden bis 2038 noch etwa 600 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Dafür müssten Lützerath und noch fünf weitere Dörfer gegen den Willen ihrer Bewohner*innen abgerissen werden.
Wenn Deutschland seine im Pariser Klimaabkommen zugesagten Ziele einhalten möchte, dürfen nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in den zwei Tagebauen Garzweiler und Hambach nur noch insgesamt etwa 200 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert und verstromt werden.

Deshalb setzen sich Parents for Future Bielefeld für den Erhalt von Lützerath ein!

UNESCO-Weltkulturerbe Lützerath?

#Luetzerath soll #UNESCO-Welterbe werden. Das ist unser Ziel. Die ersten Schritte dazu sind tatsächlich schon gemacht: Die offene Anfrage zur Prüfung einer Antragstellung liegt den Behörden vor.

Bastian Brinkmann, Polizist und Organisationsmitglied von Parents for Future Bielefeld, war auf die Idee gekommen als er Ende Oktober 2021 an der Großdemo vor Ort teilnahm. Mit Unterstützung von Claudia Gersdorf, Björn Köcher und Anne-Marie Möhring bleibt Bastian am Ball. Die Filmemacherin Anne-Marie Möhring hat sich in Lützerath umgehört und ausschließlich sehr gute Argumente für den Welterbe-Schutz sammeln können.

Das gelungene Ergebnis könnt Ihr in diesem Video anschauen.

Und hier geht es zur Pressemeldung.

 

Hybrider Lützerath-Aktionstag – Parents for Future Bielefeld waren dabei

Am 8.1.22 war ursprünglich eine Großdemo in Lützerath geplant. Aus Coronaschutzgründen wurde der Aktionstag dann jedoch als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Parents for Future Bielefeld beteiligte sich mit einer Fotoaktion:

   

Nur durch den Einsatz unserer Super-Heldin Regina, konnte das Foto von oben entstehen 😉

Auch in vielen anderen Orten sind tolle Aktionen gelaufen:

Weitere Fotos findet Ihr hier.

18. Januar 2022
von Anette Schulte
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Offener Brief: Autobahnähnlichen Neubau der Herforder Straße stoppen

An den Oberbürgermeister Pit Clausen
An die Mitglieder des Rates der Stadt Bielefeld

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Bedrohung durch den Klimawandel ist bedrückend. Die internationale Staatengemeinschaft ringt um einen Weg, das 1,5-Grad-Ziel doch noch zu erreichen. Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 sollten die Weichen entsprechend gestellt werden. Die EU und die Bundesrepublik Deutschland haben daraus ehrgeizige Ziele für die Reduktion der Treibhausgasemissionen abgeleitet. Das im letzten Jahr novellierte Klimaschutzgesetz gibt eine CO2-Einsparung von mindestens 65 % bis 2030 vor. Bielefeld hat im Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Am 23. September des letzten Jahres hat der Rat der Stadt als Zieljahr für das Erreichen von Klimaneutralität das Jahr 2035 festgelegt. Trotzdem müssen wir feststellen, dass an bestehenden Verkehrs- und Straßenplanungen festgehalten wird, ohne diese zu hinterfragen. Wir fragen Sie: Wie sollen diese absolut richtigen, aber sehr ehrgeizigen Klimaziele erreicht
werden, wenn im alltäglichen Handeln von Verwaltung und Politik vor Ort weiter an uralten Planungen festgehalten wird, die zweifelsfrei die CO2-Emissionen erhöhen, statt sie zu senken? Welchen Sinn macht es, im Bielefelder „Hufeisen“ Maßnahmen zur Reduktion des Autoverkehrs einzuleiten, wenn zugleich mit dem Aus- und Neubau von Fernstraßen dem Autoverkehr der Weg in die Innenstadt erleichtert wird? Die bescheidenen CO2-Einsparungen durch das Projekt „altstadt.raum“ werden durch den vierspurigen Neubau der Herforder Straße zusammen mit den Neubaumaßnahmen L712n und B61n (Ortsumgehung Ummeln) mit einen vielfachen CO2- Ausstoß ad absurdum geführt.

Die Verwaltungsvorlage zum geplanten Aus- bzw. Neubau der Herforder Straße (B 61) mutet an wie ein Papier aus vergangenen Zeiten. Dort ist euphemistisch von Ausbau die Rede. Geplant wird aber ein vierspuriger, autobahnähnlicher Neubauabschnitt neben der alten Trasse. Zur Erschließung der dortigen Häuser muss an der Westseite sogar zusätzlich eine neue Straße gebaut werden. Bis zur Fertigstellung dauert es mindestens bis 2026. Die Kosten: ca. 15,3 Millionen Euro allein für den 2 km langen Abschnitt vom Rabenhof bis zum Milser Krug. Massive Eingriffe in die schutzwürdige, als Naturschutzgebiet vorgesehene Johannisbachaue sind Bestandteil der Planungen. Der hier auch vorgesehene Radschnellweg Bielefeld-Herford wurde wegen fehlender politischer Beschlüsse über die Radschnellwegtrasse erst gar nicht einbezogen. Diese veraltete Planung passt nicht mehr zu den heute bekannten dramatischen Folgen des Klimawandels und der notwendigen Mobilitätswende.

Projekte zum Aus- oder Neubau von Fernstraßen werden zwar einer Umweltverträglichkeitsprüfung, bisher aber keiner Klimaverträglichkeitsprüfung unterzogen. Das Aktionsbündnis „Mut zur Verkehrswende“ hatte schon im April des vergangenen Jahres den NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst mit der Frage konfrontiert, warum für die alten Planungen keine Klimaverträglichkeitsprüfung nachgeholt werde. Der Minister ist eine Antwort schuldig geblieben. Auch in der Verwaltungsvorlage zur Herforder Straße wird an keiner Stelle die Klimaverträglichkeit oder besser Klimaunverträglichkeit dieser Planung angesprochen. Das ist auch kein Wunder, weil die bisher vorliegenden Verkehrsgutachten aufzeigen, dass die Planungen zu deutlichen Verkehrszuwächsen führen werden, nicht nur auf der L 712n und der Herforder Straße, sondern auch auf bereits vorhandenen Straßen. Auf der Altenhagener Straße zum Beispiel wird mit einem Zuwachs von bis zu 30% gerechnet. Diese Verkehrssteigerungen weisen eindeutig auf eine Klimaunverträglichkeit hin.

Der Rat der Stadt hat 2019 eine Mobilitätswende mit hochgesteckten Zielen beschlossen. Dazu passt absolut nicht, dass in den Neubau der Herforder Straße Millionen investiert werden, anstatt das Geld für Verkehrsprojekte zu nutzen, die nachweislich zu deutlichen CO2-Einsparungen beitragen. Bei der Verabschiedung des 3. Nahverkehrsplans wurde von Verwaltung und Politik darüber geklagt, dass nicht genügend Geld für den Ausbau des ÖPNV vorhanden sei, und gleichzeitig wird der Autoverkehr noch immer mit viel Geld gefördert, der dann auch noch dem ÖPNV die Kunden wegnimmt. Diese Argumentation gilt erst recht für den Neubau der L712n und der B61n (Ortsumgehung Ummeln), die noch weit größere Geldsummen verschlingen werden. Wenn erst einmal die Ortsumgehung Ummeln gebaut ist, ist es um die Verbesserung des ÖPNV im Korridor Bielefeld-Ummeln-Isselhorst-Gütersloh schlecht bestellt.

Wenn wir den drohenden Klimawandel ernst nehmen, müssen wir mit dem Aus- und Neubau von Fernstraßen Schluss machen. Wir bitten Sie eindringlich, die Planung für den Neubau der Herforder Straße zu stoppen. Das muss eine Kündigung des Vertrags einschließen, den die Stadt Bielefeld mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW zum Neubau der Herforder Str. geschlossen hat. Auch die beiden Neubauprojekte L712n und B61n (Ortsumgehung Ummeln) gehören auf den Prüfstand. Wir dürfen keine Verkehrsprojekte mehr umsetzen, deren Klimaverträglichkeit nicht nachgewiesen ist.

Wir sind gerne bereit, diese Problematik vertieft mit Ihnen und den zuständigen Fachleuten in der Verwaltung zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

gezeichnet von den nachfolgenden Organisationen/
Vereinen/Verbänden/Initiativen:

  

Kontakt:
Dr. Godehard Franzen, Tel 01725366432, Email godehard.franzen@gmx.de
Roland Tillmann, Tel 015204241263, Email roland.tillmann@posteo.de
Bielefeld, 17. Januar 2022

14. Dezember 2021
von Anette Schulte
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Pressemitteilung: Lützerath auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe

Parents for Future Bielefeld Organisationsmitglied und Polizist Bastian Brinkmann macht sich gemeinsam mit Nachhaltigkeitsberaterin Claudia Gersdorf stark für den vom Abriss bedrohten Ort. Eckardt Heukamp und die führenden Aktivist:innen der Bewegungen vor Ort sind begeistert. Nächstes Etappenziel: Tentativliste zum UNESCO-Welterbe.

Wird der nordrhein-westfälische Ort Lützerath jetzt UNESCO-Welterbe? Die begehrte Auszeichnung der Vereinten Nationen für das vom kompletten Abriss bedrohte Dorf – die ersten Schritte dazu sind tatsächlich schon gemacht. Ein entsprechender Antrag auf Aufnahme in die exklusive UNESCO Welterbe-Liste liegt jetzt beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie beim Landesamt für Denkmalpflege Rheinland vor. Beide Behörden sind von der UNESCO hier mit der Erstprüfung betraut.

Auch Eckardt Heukamp und führende Aktivist:innen der Bewegungen in und rund um Lützerath sind begeistert von dieser Initiative. Heukamp: „Wir sind gespannt auf die nächsten Schritte hin zu einem weiteren Schutzwall zugunsten der Gesunderhaltung von Klima, Natur, Mensch. Natürlich würde uns allen ein positiver Bescheid vom Ministerium vor Weihnachten guttun, und anschließend auch von der UNESCO. Wir kämpfen hier seit Monaten und jede Wertschätzung, Hilfe, Schutzmaßnahme von außen gibt uns neuen Mut, Motivation und Kraft.“

Angestoßen hat das spektakuläre Projekt Bastian Brinkmann, Mitinitiator des Zusammenschlusses Parents for Future Bielefeld (https://parentsforfuture-bielefeld.de/), die mit der Fridays for Future-Bewegung solidarisiert. „Mir geht es ganz wesentlich um den Hof des Bauern Eckardt Heukamp, seinen engagierten Kampf gegen RWE und die damit drohende Enteignung seines Eigentums. Das hat einen starken Symbolcharakter: Der Tagebau Garzweiler ist anachronistisch und verhindert, dass wir unsere Klimaziele erreichen. Lützerath steht damit für eine historisch belegte Form der Energiegewinnung. Es ist gleichermaßen industrielles Kulturerbe wie Mahnmal“, sagt der Polizist aus Bielefeld.

Protestaktion von Unternehmer:innen vor Ort schlug die Brücke

Aufmerksam wurde Brinkmann auf die Situation in Lützerath durch eine Protestaktion der Bewegung „Unternehmen Klimaschutz“ (www.unternehmenklimaschutz.de), die maßgeblich von der gemeinnützigen Organisation Protect the Planet (www.protect-the-planet.de/) getragen wird, sowie konzipiert und umgesetzt von Claudia Gersdorf und Wolfgang Sadik als Nachhaltigkeitsberater:innen PolaR BEAR Positive Relations (www.polarbear.global). Die Unternehmer:innen, allen voran Protect the Planet-Gründerin Dorothea Sick-Thies, unterstützen seither nicht nur menschlich und mit Fachwissen den Rechtsstreit gegen RWE, sondern tragen auch die finanziellen Kosten mit.
Am 29. Oktober drückten sie öffentlichkeitswirksam vor Ort ihre Solidarität mit Heukamp aus. „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ war das Motto ihrer Protestveranstaltung direkt vor dem Kohlekraftwerk Neurath. „Ich finde es absolut schockierend, dass für Kohle, für die dreckigste Energieform, die unsere Erde weiter erhitzt und zerstört, immer noch Dörfer dem Erdboden gleichgemacht werden und Menschen ihre Heimat verlieren. Das wollen und müssen wir verhindern“, so Sick-Thies.

Bastian Brinkmann selbst war am 31. Oktober im Rahmen der erfolgreichen Großdemos in Lützerath: „Die Idee ist vor der Bühne geboren, als der Künstler Thomas Baumgärtel den Hof Heukamps zum Kulturort ernannt hat – da dachte ich, dass es etwas noch stärkeres brauche, eine Art Schutzglocke, die man über diesen Ort stülpen müsse, und bin dabei auf das UNESCO Weltkulturerbe gekommen.“

UNESCO-Welterbe Lützerath: Sofern die beiden Behörden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland grünes Licht geben, muss die Kultusministerkonferenz (KMK) entscheiden. Sie führt die aus den Ländern eingereichten Vorschläge zu einer gemeinsamen Vorschlagsliste zusammen. Die Anträge werden dann dem Auswärtigen Amt zugeleitet, das wiederum die Übermittlung an die UNESCO übernimmt.

Carl-A. Fechner, Gründungsmitglied von Protect the Planet, namhafter Regisseur und Filmproduzent: „Der Hof von Eckardt Heukamp ist schon jetzt ein industrielles Kulturerbe. Er steht beispielhaft für einen couragierten Kampf gegen eine Energiegewinnung aus dem Zeitalter der industriellen Revolution. Doch die ist lange vorbei. Wie beharrlich Unternehmen daran festhalten und unsere Erde zerstören, muss für die nachfolgenden Generationen festgehalten und dokumentiert werden“.

Der Antrag im Wortlaut

3. November 2021
von Anette Schulte
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Lützerath bleibt – Parents for Future Bielefeld bei der Großdemo in Lützerath

Fridays for Future, Greenpeace, der BUND, Campact und andere riefen am 31.10.21 zur Großdemo in Lützerath auf.
Mehrere Tausend Menschen, darunter auch 10 Menschen von Parents for Future Bielefeld, folgten diesem Aufruf, denn:

Vor Lützerath und Keyenberg verläuft die 1,5 Grad-Grenze. Wenn der Kohlekonzern RWE im Brankohletagebau Garzweiler seine Pläne umsetzt, werden bis 2038 noch etwa 600 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Dafür müssten Lützerath und noch fünf weitere Dörfer gegen den Willen ihrer Bewohner*innen abgerissen werden.
Wenn Deutschland seine im Pariser Klimaabkommen zugesagten Ziele einhalten möchte, dürfen nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in den zwei Tagebauen Garzweiler und Hambach nur noch insgesamt etwa 200 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert und verstromt werden.

In Lützerath boten sich uns sehr beeindruckende Bilder:
Das riesige Loch auf der einen Seite, das sich schon bedrohlich nahe an Lützerath herangefressen hat.
Auf der anderen Seite ein Camp, Baumhäuser und ein kleines Dorf aus Holzhütten. Viele tolle Menschen sind vor Ort, um Lützerath zu beschützen.

Während der Demo konnten wir Aktivist*innen von Ende Gelände beobachten, wie sie mutig in RWE-Gelände eindrangen und dafür sorgten, dass ein Bagger zeitweise still stand.

Der Lützeraner Landwirt Eckhardt Heukamp stellt sich gerichtlich der Enteignung durch RWE entgegen. Hierfür braucht er Geld, um das Gerichtsverfahren zu bezahlen.
Wer möchte, kann hier finanziell unterstützen:
Empfänger: E. Heukamp
IBAN: DE63 3106 0517 6008 4590 43
Verwendungszweck: Zwangsenteignungsverfahren Heukamp ./. NRW

 

 

 

 

  

    

10. September 2021
von Anette Schulte
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Globaler Klimastreik am 24.09.21 – #AlleFürsKlima

Am Freitag, dem 24.09. gehen Menschen weltweit protestieren, um für Klimagerechtigkeit zu kämpfen, das weltweite Artensterben einzudämmen und das 1,5-Grad-Limit des Pariser-Klimaabkommens einhalten zu können. auch hier in Bielefeld organisiert die Bewegung Fridays for Future, zusammen mit dem Klimabündnis Bielefeld eine Demonstration für unsere Zukunft.

Wir treffen uns um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof, um laut auf uns und unsere Interessen aufmerksam zu machen. Unser Weg geht über die Straße, um der Politik klarzumachen, dass:

  • wir jetzt konsequent die bestehende Klimakrise bekämpfen müssen
  • bei allen Entscheidungen die Klimaziele berücksichtigt und umgesetzt werden müssen
  • die jungen Menschen bei der Klimadebatte mehr Einfluss erhalten müssen
  • und die Bundestagswahl am 26.09. eine Klimawahl sen muss.

Die Klimakatastrophe verändert seit vielen Jahren unser Leben und seit Jahrzehnten wissen wir, welche dramatischen Folgen auf uns zu kommen. Es sterben weltweit Menschen an den Folgen des von uns verursachten Klimawandels – und es werden immer mehr, wenn wir jetzt nicht handeln. Allein die Geschehnisse dieses Jahres zeigen, wie drastisch unsere Lage ist: verheerende Brände in Kalifornien, Russland, der Türkei, Algerien, Griechenland, Italien und im Amazonasregenwald, der mittlerweile mehr CO2 ausstößt, als er kompensieren kann. Darüber hinaus Flutkatastrophen und Überschwemmungen, auch hier in Deutschland. Der Golfstrom droht zusammen zu brechen, der Jetstream destabilisiert sich zunehmend und Arten sterben immer weiter.

Deshalb gehen wir auf die Straße!

Da das Infektionsgeschehen es erfordert, protestiere wir mit Mundschutz und Abstand!